Kommt man am Museum vorbei, hörte man vor kurzem noch Telefonanrufe ("Hallo Schatz, ich bin jetzt zu Hause"), Aufzeichnungen aus Radioübertragungen (O-Ton Walter Ulbricht: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten") und anderes. Die derzeitigen Klanginstallationen - eben jenes mehrstimmige, volltönende und überhaupt nicht schauerliche Wolfsgeheul, Vogelgezwitscher, Delphine u.a. - wiederum wecken das Interesse, die zur Zeit laufende Sonderausstellung
"Tiere lügen nicht"
zu besuchen. Diese Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Museum für Naturkunde Berlin und untersucht die Rolle, die Tiere über die Jahrhunderte hinweg in unserem Leben gespielt haben. Eine unglaubliche Fülle von Material wurde hier zu einer sehenswerten Ausstellung zusammengetragen, die Aspekte beleuchtet wie:
- Entwicklung zum Haustier
- Tierverhaltensforschung
- Tierdressuren
- Können Tiere sprechen?
- Das Tier in den Medien
- Tiere als Helfer und Partner
- Tiere vor Gericht.
Wir erfahren viel Interessantes: Zum Beispiel hat man um 1900 herum ganz intensiv geforscht, ob Tiere sprechen können. So soll es eine sprechende Katze - den Kater Alupka - gegeben haben. (Wie schade, daß meine Fellwuschel nur kätzisch mit mir kommunizieren - aber ich bin überzeugt, sie verstehen jedes meiner Worte!) Tonaufnahmen aus jener Zeit belegen aber, daß ein Hund namens Don, der in jener Zeit lebte, 5 Worte, darunter "Hunger", tatsächlich sprechen konnte.
In dem Bereich "Tiere als Helfer und Partner" wird auch die heilsame Wirkung von Tieren auf die menschliche Psyche untersucht. Zum Beispiel kann man in einer der kleinen Kabinen ein Lamafell berühren. Eine andere entführt den Besucher mittels raffinierter Klanginstallation ins Wasser zu den Delphinen. So kann man hautnah nachempfinden, warum in Delphinarien insbesondere bei autistischen Kindern beeindruckende Heilerfolge erzielt werden können.
Apropos, Tiere in den Medien: Sogar ein ganz aktuelles Foto (2004) von Rudolph Moshammer mit seiner Daisy ist zu sehen. (Schade, daß seine Homepage www.moshammer.de nach Relaunch - mit Flash - so schlecht geworden ist - als ich sie 1999 zum ersten Mal sah, war ich begeistert und habe Tränen gelacht. Damals war das noch eine echte Kult-Seite.)
Die Sonderausstellung kann noch bis September 2004 besichtigt werden. Aber auch ansonsten lohnt ein Besuch im Museum für Kommunikation in Berlin, das in den Galerien des prachtvoll rekonstruierten Altbaus interessante Dauerausstellungen zu Post- und Fernmeldethemen untergebracht hat.
Die Ausstellungen erzählen die Geschichte des Postwesens, aber auch der Fernmeldetechnik bis hin zur modernen Datenübertragung per Computer.
Die Schatzkammer im Untergeschoß ist eine abgedunkelte Säulenhalle. Jede Säule schaltet beim Nähertreten Licht und Ton an und erzählt die Geschichte des darin enthaltenen Exponates. Die berühmtesten Ausstellungsstücke sind zweifellos die Blaue und die Rote Mauritius.
Mein Tipp: Hingehen und anschauen! Das Museum für Kommunikation ist von Dienstag bis Freitag von 09:00 bis 17:00, sonnabends sowie an Sonn- und Feiertagen von 11:00 bis 19:00 geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.
